Förderung des Interesses von Mädchen an Naturwissenschaft, Informatik und Technik
ist am MGB ein besonderes Anliegen und hat zu vielfältigen Projekten in den vergangenen Jahren geführt. Hintergrund und Begründungszusammenhang für all diese Projekte und unser Konzept ist die Erkenntnis, dass wir als Mädchenschule insbesondere der Aufgabe verpflichtet sind, unseren Schülerinnen eine vielfältige und zukunftsorientierte Bildung zu vermitteln. Im sprachlichen Bereich weisen traditionell Mädchen - und das gilt auch für die Schülerinnen des MGB - eine hohe Leistungsfähigkeit und ein großes Interesse auf. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen zwar, dass Schulversagen eher ein Jungenproblem ist, zeigen aber gleichzeitig, dass es immer noch geschlechtsspezifische Reviere gibt, d.h., dass den weiblichen Domänen Sprachen und Pädagogik die männlichen Domänen Mathematik und Naturwissenschaften gegenüberstehen. Interessanterweise gibt es aber im Bereich der Naturwissenschaften im internationalen PISA-Test, dessen Aufgaben sich auf Alltagssituationen beziehen, keine signifikanten Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern. Hingegen zeigt sich, dass Jungen lediglich bei der Abfrage des naturwissenschaftlichen Faktenwissens besser abschneiden als Mädchen. Noch bedeutsamer ist das jeweilige Selbstkonzept der Schülerinnen und Schüler, das sich sehr frühzeitig unterschiedlich entwickelt, und zwar zeigen Untersuchungen, dass Mädchen mit etwa Beginn der Sekundarstufe sich im Gegensatz zu Jungen insbesondere in den Fächern Mathematik und Physik unterschätzen. Zu dieser geschlechtsabhängigen Einschätzung tragen nach diesen Untersuchungen auch die Lehrpersonen bei, die vielfach Mathematik und noch stärker Physik als männliche Domäne betrachten. Diese Vorentscheidungen haben Auswirkungen auf die Wahl der Leistungsfächer und auch auf die Studienwahl. Mit Science For Girls möchten wir Interessen der Mädchen an Naturwissenschaft und Technik gezielt fördern, das Selbstvertrauen der Mädchen stärken und ihre Selbsteinschätzung in Bezug auf Naturwissenschaft und Technik dahin ändern, dass sie erfahren: "Physik macht Spaß und Mädchen können es genauso gut wie Jungen!"
Förderung der Mädchen während des gesamten Bildungsweges
Das Charakteristische des Projektes ist die umfassende Förderung, die möglichst den gesamten Bildungsweg der Mädchen vom Kindergarten über Grundschule und weiterführende Schule begleitet. Da alle neueren Forschungen davon ausgehen, dass sich Interessen frühzeitig bilden und dass Vorbilder dabei eine große Rolle spielen, erscheint es uns wichtig, die naturwissenschaftliche Förderung so früh wie möglich und so anregend wie möglich zu gestalten, bevor es eine vorzeitige Festlegung der Interessenbildung und eine Verfestigung der Selbstkonzepte geben kann. Auch Kinder im Grundschulalter sind sehr an der Natur und den naturwissenschaftlichen Phänomenen ihres Alltags interessiert. Sie möchten verstehen, sie möchte lernen, sie möchten ihre Umwelt begreifen. Wichtig ist, diese Neugier und diesen Spaß am Entdecken zu erhalten und zu unterstützen. Mittel- und langfristig möchten wir so erreichen, dass Optionen offen gehalten werden, dass die Mädchen ihre Neugier und Interesse an naturwissenschaftlichen Problemstelllungen behalten und somit auch später in ihrer Wahl der Leistungskurse und Studienfächer bzw. ihrer Berufsvorstellungen eine breite und zukunftsorientierte Wahlmöglichkeit haben.
Schwerpunkt auf entdeckendem und projektoerientiertem Lernen
Schwerpunkt in allen Angeboten ist das selbständige Experimentieren der Mädchen. Wir arbeiten in kleinen Gruppen, wir haben ausreichend Zeit für jede Frage. Wichtig ist, dass die Mädchen auf ihren eigenen Vorerfahrungen aufbauen können und ihre eigenen Ideen umsetzen können.
Netzwerk
Die bestehenden Kontakte und Vernetzungen des Städt. Mädchengymnasiums Essen-Borbeck sollen in diesem Projekt gebündelt, ausgebaut und vertieft werden. Zentrum des Netzwerkes ist das Mädchengymnasium Essen-Borbeck. Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Bildungsträger entsteht ein vielfältiges, auch über den Unterricht hinaus gehendes Angebot, in dessen Mittelpunkt das selbständige und projektorientierte Arbeiten der Schülerinnen an naturwissenschaftlichen Fragestellungen steht. Dieses Ziel verfolgen wir als Mädchengymnasium in besonderer Weise und versuchen seit vielen Jahren im Zusammenhang mit dem Verbund der Borbecker Grundschulen und mit den naturwissenschaftlichen Fachbereichen der Universität Duisburg-Essen Schülerinnen frühestmöglich für technisch-informationstechnologisch-naturwissenschafttliche Fragestellungen zu motivieren und zu interessieren.










